Mittwoch, 11 Juli 2012 13:31

Downgrade: Von Windows 8 zu Windows 7

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Man weiß erst was man hatte, wenn man es verloren hat. So oder so ähnlich heißt es meist nach einer Trennung. Und so habe ich mich nach langer Testphase von meinem Windows 8 verabschiedet.
Wie, warum und mit Freude?

Nach dem ich Windows 8 ausgiebig auf dem Tablet getestet hatte, wollte ich überprüfen was an der angeblich schlechten Bedienung von Windows 8 auf dem Desktop dran ist. Großer Vorteil war hierbei für mich, dass ich mich natürlich bereits mit dem System auseinandergesetzt hatte und somit wusste wo was zu finden ist. Schnell fehlten mir jedoch meine gewohnten Touchbewegungen. Oft überlegte ich, wie ich jetzt ein bestimmtes Menü öffne oder zurück zu einer bestimmten App komme. Der gewohnte Desktop ist zum Glück noch immer da und gibt besonders den Windows 7 Nutzern etwas vertrautes.

Gefangen

Auf Grund von einer unschönen Installation von Windows 8, gab es große Probleme mit meinem Windows 7. Sämtliche Partitionen waren Anfangs nicht mehr lesbar. Über ein Systemstart to Blackscreen bin ich seit dem
in Windows7 nicht mehr hinaus gekommen.
Da ich aber auf mein System angewiesen bin, blieb mir nichts anders übrig als in Windows 8 zu arbeiten. Einigen Lesern werden bereits jetzt die Schweißperlen in die Augen laufen, bei Verwendung von "arbeiten" und "Windows 8" in einem Satz.

Arbeiten in Windows 8 

Zum Glück beschränkte sich zu Beginn meine Arbeit auf einfache Sachen wie: Cloud-Geschichten, Termine abgleichen, Aufgaben abarbeiten, PDFs lesen, Recherche im Internet, Dokumete mit Word und Excel erstellen und hier und da ein Bild bearbeiten. Also größtenteils Desktop Anwendungen bei denen sich die Steuerung nicht ändert.
Die Steuerung in Metro war schon nach kurzer Zeit auch kein Problem mehr. Einzig das Herunterfahren und generell das Öffnen der rechten Leiste war etwas merkwürdig mit der Maus. Das finden von installierten Programmen ging auf dem Starbilschirm schneller als im Startmenü von Windows 7. Gut sortiert und gruppiert passen die wichtigsten Anwendungen auf den Bildschirm. Übrigens hatte ich keine Angst, dass meine Gleitfüße an der Maus auf Grund der langen Mauswege abgeschuffelt werden, denn wirklich mehr Weg kommt da nicht zu stande.

"Das spart viel Zeit!"

Der Startbildschirm, also die Metro Oberfläche, erwies sich bereits nach kurzer Zeit als praktisch! Man mag es kaum glauben, aber direkt nach dem Hochfahren sieht man: Mails, Facebooknachrichten, Welt-Nachrichten, Tech-Nachrichten, Instantmessenger Nachrichten und ob Updates für Apps verfügbar sind. Das spart viel Zeit!
Das Ganze ohne Pop-Up und Blinkefeuerwerk. Es mag sicherlich einige geben die noch im Win XP Charme fest sitzen und Metro optisch nicht ansprechend finden, aber der Nutzen des neuen Starbildschirms ist auf jeden Fall gegeben.
Die kleinen Notifications bei Nachrichten, Wecker oder ähnlichem erwiesen sich ebenfalls als praktisches Feature, waren aber bereits unter Win 7 vorhanden.

Probleme in der Steuerung gab es aber doch. So öffneten sich Menüs in Apps nur mit Rechtsklick. Dies ist besonders am Anfang nicht wirklich einleuchtend.

Des weiteren sorgte die Trennung von Apps und Programmen leicht zu Verwirrung:

Man wechselt Apps in dem man oben links klickt. Per vertikaler "Taskleiste" kann man so auswählen was man öffnen möchte. Jedoch gibt es ja bereits eine Taskleiste im Desktop. Eben noch in einer App habe ich mich hin und wieder erwischt ein Programm vom Desktop in der App-Taskleiste zu suchen.
Ein Klicken auf den Desktop hilft da weiter, denn so wird die Desktop-Taskleiste angezeigt, welche man aus Windows 7 kennt. Um so nützlicher erweißt sich ALt+Tab, was nicht nach Apps und Programmen trennt sondern einen Welchsel zwischen beiden Welten ermöglicht.
Mit zunehmender Benutzung gewöhnt man sich an dieses App-Programm Problem, aber wirklich logisch scheint das nicht.

"Entweder ich spiele oder ich arbeite."

Zum Thema Apps lässt sich sagen, dass es durchaus Sinn ergibt: aufs nötigste reduzierte Programme, Mails und Nachrichten lassen sich so gut lesen und Podcasts und Spiele sehen im Vollbild gut aus. Eben noch fleißig an einem Artikel geschrieben, kann man mit einem Klick Backgammon spielen.
Dies ging natürlich auch mit Windows 7, doch da fehlte dieses AlwaysOn-Gefühl. Man konzentriert sich 5 Minuten nur auf das Spiel und sieht nichts anderes, danach klickt man es weg und es ist komplett aus dem Blickfeld. Später wieder aufgerufen macht es genau an der Stelle weiter wo es aufgehört hat. Es ist quasi offen, irgendwie auch wieder nicht. 
Man macht daher entweder das eine oder das andere. Auch wenn ein Splitscreen in Windows 8 vorhanden ist, war er bei mir höchstens für Videos und Chats hilfreich, denn entweder ich spiele oder ich arbeite. Generell entsteht der Eindruck, dass durch Metro-Apps das Betriebssystem deutlich in den Hintergrund rückt.

Doch warum dann ein Umstieg?


Windows 8 war während des Testzeitraums eine Beta und somit nicht 100% Funktions- und für die nächsten Monate lauffähig. Zusätzlich lockten günstige SSD Preise weshalb ich mich nach dem Kauf einer solchen für eine frische Installation von Windows 7 entschied. Doch dort angekommen fehlt etwas: Metro.

Zu den technischen Sachen sei gesagt: Windows 7 startet dank SSD fast genau so schnell wie Windows 8 von HDD. Das Gefühl keine Beta-Treiber installieren zu müssen ist auch irgendwie beruhigend. Doch nun zu dem etwas schwerer beschreibbaren Phänomen:
Zurück in Windows 7 fehlt mir als erstes der Starbildschirm. Ich werde das Gefühl nicht los in der Desktop-App von Windows 8 gefangen zu sein. Alles wirkt irgendwie etwas altertümlich und kontrastärmer. "Erst mal Mails abrufen und gucken was bei Facebook los ist." Windows 8 kein Klick, Windows 7 einige.
Es kommt einem so vor, als müsse man alles per Hand machen. Desktop ist und bleibt zwar das wohl Wichtigste für produktives Arbeiten, aber in Windows 7 fehlt mir nun die Alternative; Kopiervorgang, Taskmanager und Startmenu fühlen sich dazu an wie Windows 98.
Und ja ich bin ehrlich, mir fehlt der EyeCandy. Keine schönen 60 fps - Animationen mehr. Keine Mini-Spiele oder Apps...

Und jetzt?

Also stecke ich nun noch bis zum Erscheinen von Windows 8 im Desktop fest. Wirklich tragisch ist das natürlich nicht, denn ich kann weiterhin alles an meinem Computer machen. Doch ein wenig freu ich mich auf Windows 8 schon.

Die Meinung ist natürlich stark subjektiv. Ich würde verstehen wenn man von Windows 7 nicht auf Windows 8 wechseln möchte. Doch für mich hat sich das Computer-Gefühl dank Windows 8 doch ein wenig geändert.

*Update* Microsoft hat bekannt gegeben, dass Ende Oktober die ersten PCs mit Windows 8 im Handel erscheinen werden. Pc Hersteller werden natürlich bereits vorher im August mit den Betriebssystemen "beliefert". Für den Endkunden ist es möglich ab dem 26. Oktober 2012 Windows 8 zu kaufen. Ein gutes und besonders für Microsoft untypisches Angebot ist dabei die Upgrade-Installation. Egal ob von Xp oder Windows 7, ein Upgrade kostet euch nur 40 Euro. Das wird sicher den ein oder anderen Skeptiker zum Wechsel bringen. 

Wie steht ihr dazu? Windows 8 soll im Herbst erscheinen. Zieht ihr ein Upgrade in Betracht?

Gelesen 2143 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 19 Juli 2012 09:36

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