Montag, 12 März 2012 18:28

Windows 8 - Review - Vieles Neu

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Dank der Windows 8 Consumer Preview ist es nun möglich einen Einblick in das neue Betriebssystem von Microsoft zu erlangen. Das Ganze ging bereits mit der Developer Preview, jedoch haben da viele essentielle Dinge noch nicht funktioniert. Da aber nun die wichtigsten Dienste vorhanden sind, können erste Bewertungen abgegeben werden.

Allgemeines

Seit Windows 8 ist klar, dass Microsoft einen vollkommen neuen Weg einschlagen möchte. Dazu gehört nicht nur das Optimieren des ganzen Betriebssystem auf besser Hardware-Ausnutzung, sondern auch eine einfachere Bedienung bei gleichbleibendem Funktionsumfang. War Windows Vista noch an der Spitze des Hardware-Hungers wird seitdem ressourcenschonender vorgegangen. "Wo war die Performance vorher?" Das denkt  man sich in Windows 8 besonders auf kleinen Geräte, wie Netbooks oder Tablets. Das Ganze ist dabei nicht unbedingt Zahlenzauber, denn in Benchmarks liegt Windows 8 und Windows 7 nahezu gleich auf, viel mehr sorgen flüssige, von der GPU berechnete Effekte für staunen. Das Feeling ist einfach vollkommen anders. Wirklich zum Tragen kommt dies jedoch nur wenn man die neu eingeführten Apps benutzt. Hier sind wir schon bei der nächsten großen Änderung.

Windows Apps

Windows 8 Skydrive Der Begriff App ist einem wohl eher vom Smartphone bekannt und steht dabei für nichts anders als ein Programm. Dabei beschreibt App in Windows 8 genau das gleiche: eine Anwendung welche möglichst einfach gehalten ist und dabei nur die wichtigsten Informationen zeigt. Viele Funktionen findet man daher nicht, jedoch ist dies sicherlich nicht der Anspruch dieser Apps, denn schließlich gibt es die normalen Desktop-Programme auch noch weiterhin. Diese erscheinen auch noch in dem alt bekannten Windows 7-Gewand und lassen sich auch wie gehabt bedienen. Für ein Tablet heißt das, man hat einerseits wirklich schöne Bedienung in den Apps auf der einen Seite, und anderseits den vollen Funktionsumfang der Desktop-Programme, die jedoch wieder mit der mäßigen Bedienung aufwarten. Für den Desktop ändert sich nicht sehr viel, bis auf das Startmenü und Apps. Letztere sind womöglich zu sehr vereinfacht und sich mit der Maus nur etwas umständlich bzw. mit Umgewöhnung bedienen lassen.

Das Konzept hat jedoch einen zusätzlichen Haken. So muss zwischen Apps und Dektop hin und wieder gewechselt werden. Der Wechsel funktioniert zwar gut, jedoch ändert sich hierbei die Art der Bedienung grundsätzlich. Das Ganze wirkt daher nicht wie aus einem Guss und fühlt sich an wie zwei verschiedene Welten. Das Problem lässt sich auch nur schwer ändern, denn schließlich ist das Design und Bedienung bei Desktop Anwendungen nahezu vollkommen den Entwicklern überlassen, während es bei Metro-Apps (wie Windows 8 Apps genannt werden) deutliche Richtlinien gibt, welche für die Aufnahme in den App-Store eingehalten werden müssen.

App-Store

Windows 8 Metro Der App-Store ist seit der Consumer Preiview nun funktionsfähig und wird auch regelmäßig mit neuen Apps versorgt. Dabei handelt es sich jedoch ausschließlich um Metro-Apps. Gruppiert in Genres findet man schnell etwas passendes und kann es genau so schnell installieren. Der Download und die Installation geschieht dann ohne erneute Abfrage zu irgendwelchen Benutzerrechten vollkommen automatisch. Nach erfolgreicher Installation erscheint eine kleine Benachrichtigung welche bei Draufklicken direkt das neu installierte Programm ausführt. Alles in allem sollte dies dem nicht technikaffinen Benutzer nur zu Gute kommen.

Metro Oberfläche

Windows 8 Metro Die Metro Oberfläche oder wir ich gern sage "Startmenu 2.0" besteht aus den kleinen App- Kacheln. Diese können sowohl Apps als auch normale Desktop Anwendungen starten. Die Kacheln lassen sich beliebig anordnen, jedoch leider nicht in Ordner einordnen. Das bedeutet nach vielen installierten Apps muss man viel scrollen, da immer alle Kacheln angezeigt werden. Für Tablets ist dies nicht wirklich störend, da hier das scrollen leicht von der Hand geht. Bei Bedienung mit der Maus beutet dies jedoch Scrollrad Orgien. Das System funktioniert am besten, wenn man nicht jede installierte Anwendung auf dem Startbildschirm ablegt. Besonders in Verbindung mit den Live-Kacheln, welche bereits kleine Vorschaubilder oder Texte zu Nachrichten und Emails anzeigen, ist die eigentliche Funktion des Startbildschirms anders zu deuten. Es sollen die wichtigsten Informationen schnell und einfach angezeigt werden und genau so schnell erreich bar sein. Man muss kein E-Mail Programm starten, keine Nachrichten-App geoffnet haben oder den Kalender starten um zu schauen was anliegt. Alles passiert Ressourcen schonend im Hintergrund. Möchte man ein eher selten benutztes Programm starten ist dies immer noch leicht möglich in dem man sich entweder alle Programme anzeigen lässt, oder direkt nach dem Namen sucht. Das geht fast genau so schnell wie in Windows 7, einzig die auch hier fehlende Möglichkeit zu gruppieren macht es etwas unübersichtlich. Der grundsätzliche Gedanke hinter dem Startmenü ist jedoch sehr gut und lässt die benutzten Programme in den Hintergrund treten, da der Fokus einzig und allein auf dem Inhalt liegt.
Windows 8 Apps Einstellungen Doch leider geht oft mit einer Vereinfachung auch einiges an Einstellmöglichkeiten verloren. Das ist auch in Windows 8 der Fall. Ändert sich auf dem Desktop nichts und ist auch in der Systemsteuerung nahezu alles wie beim Alten, so muss man in den Apps einige Abstriche machen. Dies wird sich sicherlich auch nicht mit dem Release der finalen Windows Version ändern, denn schließlich widerspricht dies dem Konzept der Apps. Die meisten Apps bieten nur eine begrenzte Anzahl von Einstellungen, welche natürlich von den Entwicklern vorgeben werden. Doch bereits beim Aufbau des Menüs erkennt man, dass hier nur bedingt Funktionen untergebracht werden können. Das Zusatzmenu einer App lässt sich durch eine Wischbewegung vom oberen oder unteren Bildschirmrand aufrufen. App-abhängig erscheinen dann kleine Symbole, die Einstellungen oder Aktionen zulassen. Weitere Einstellmöglichkeiten gibt es nicht. Ob diese immer benötigt werden ist natürlich eine andere Frage. Für so manchen ProUser sollte dies jedoch nicht ausreichen.

Neuer Taskmanager

Windows 8 Taskmanager Abseits von Apps, also im normalen Desktop gibt es ein paar kleine Neuerungen. Der neue Taskmanager zeigt, dass auch viele Informationen übersichtlich dargestellt werden können. So erübrigt sich in Windows 8 der Blick auf den in Windows 7 noch wichtigen Ressourcenmonitor. Apps werden übrigens als normale Programme ausgeführt und können auch per Task Beenden geschlossen werden. Zusätzliche Informationen zeigt es einem nun beim Kopieren von Dateien an. Neben der Übertragungsgeschwindigkeit in Zahlen gibt es nun die Möglichkeit sich einen Graphen über deren Verlauf anzeigen zu lassen. Das interessiert natürlich nicht immer, kann aber dennoch sehr hilfreich sein.

Workflow ändert sich

Windows 8 Desktop Ein guter Workflow ist für viele Benutzer, die oft und besonders arbeitsbedingt am Computer sind, wichtig. Da sich im Desktop nicht wirklich viel ändert, sollte es dabei nur wenige Probleme geben. Einzig Benutzer die häufig das alte Startmenü benutzen werden die alt gewohnte Ordnung vermissen. Entsprechende Hilfetools sind aber bereits in der Entwicklung und sollten für Abhilfe schaffen, falls Microsoft das Konzept beibehält und dem Benutzer nicht zur Wahl stellt, welche Startmenü-Variante er möchte. Wer oft viele Fenster gleichzeitig offen hat wird in Bezug auf die Apps auf ein Problem stoßen. Ist es zwar möglich mehrere Apps nebeneinander zu haben, sind auch hier Vorgaben vorhanden. Mehr als 2 Apps (der Desktop zählt als eine App) sind nicht möglich. Gleichzeitig geht nur nebeneinander und auch nur auf Bildschirmen mit entsprechender Auflösung.
Die meisten genannten Probleme ergeben sich jedoch nur, wenn man die Apps als Programme ansieht, so wie man sie vom Desktop kennt. Und dies sind sie nun mal nicht, und sind von den Entwicklern von Microsoft sicherlich nie so gedacht gewesen. Da stellt sich die Frage was wohl Windows 9 für Änderungen hervorbringt. Wird der Unterschied zwischen Programmen und Apps größer oder kleiner? Werden Desktop Anwendungen für den normalen Nutzer nach und nach verschwinden? Oder wird Windows 9 getrennt für Tablets und Desktop-Computer erscheinen?

Empfehlung?

Allein die Tatsche, dass man vor dem Release von Windows 8 bereits an den Nachfolger denkt, zeigt doch, dass es noch Unstimmigkeiten in dem Metro Konzept gibt. Auf einem Tablet erwarten einen ein zwei Welten, die gute Bedienung der Apps und die mäßige Bedienung einiger Desktop Anwendungen. Auf dem Desktop-PC hilft die Metro-Oberfläche nur bedingt weiter. So sehe ich Windows 8, im Vergleich zu Windows 7, für den Tablet-Computer als ein absolutes Muss. Am Arbeitsrechner halte ich Windows 8 für nahezu unnötig, besonders wenn nur spezielle Anwendungen genutzt werden. Für den heimischen Pc eignet sich Windows 8 dennoch gut. Denn der alte Desktop ist weiterhin vorhanden, und die neuen Apps sorgen für Abwechslung und entspannten Genuss von Casual-Inhalten.
Somit gibt es eine klare Empfehlung zum Umstieg von vorherigen Windows Versionen nur für Tablets und Benutzer die nicht viel mehr als Email, Internet, Nachrichten, Ebooks, PDFs und Spiele brauchen. Denn das geht nun deutlich einfacher und schöner von der Hand. Das heißt aber nicht, dass man den Rest an Anwendungen nicht auch im Windows 8 nutzen kann. Für diese ist jedoch ein Umstieg nicht nötig sondern mehr mit Eingewöhnung als mit Vorteilen verbunden.

Aber:
Ein Windows 8 Review mit negativen Punkten zu beenden ist nicht ganz fair, besonders in Anbetracht dessen, dass Microsoft mit Windows 8 vieles richtig macht und dabei einen mutigen Weg geht.

Das Ganze haben wir auch noch mal in einem Video im Interview-Stil für euch aufbereitet. Da könnt ihr auch sehen wo und wie die Menüs herkommen und wie sich das auf einem Tablet bedienen lässt.

gibt es noch den Artikel, in dem die Developer und Consumer Preview kurz miteinander verglichen werden.

Gelesen 12577 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 02 Mai 2012 20:58

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