Samstag, 08 September 2012 22:45

55" OLED TVs von LG und Samsung

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Auf der IFA 2012 wurden auch wieder Fernseher mit der OLED Technologie präsentiert. Insbesondere  Samsung und LG sind hier mit Displays von 55" Diagonale  aufgefallen. Was diese so besonders macht und was es mit der OLED-Technologie auf sich hat erfahrt ihr in diesem Artikel.

Begriffliches Wirrwarr - kein Loblied auf die Marketingabteilungen

Organic Light Emitting Diodes, englisch für Organische Leuchtdioden (OLEDs), sind im Gegensatz zu normalen LEDs teilweise aus organischem Material hergestellt. Da sie selbst-leuchtend sind, benötigen sie keine Hintergrundbeleuchtung. Bei klassischen LCDs ist diese leider nötig. Dazu wurden Kaltlichtkathoden eingesetzt. Die LED-Displays, die heute schon im Handel sind, sollten nicht mit OLEDs verwechselt werden. Bei den LED-Displays ist lediglich die Hintergrundbeleuchtung aus LEDs konstruiert. Daher muss immer unterschieden werden, ob gerade von der Display-Technologie oder der Art der Hintergrundbeleuchtung gesprochen wird.
In der Logik der OLED-Displays würde sich jedes Pixel eines gewöhnlichen LED-Displays nämlich aus jeweils mindestens einer roten, grünen und einer blauen LED zusammensetzen (eventuell auch einer Weißen). Was aber tatsächlich in 99% der Fälle nicht so realisiert wird.

Hier noch ein kleines Video von DW, welches einen Einblick in die Produktion von OLEDs gibt: OLED: A natural artificial lighting choice

Welche Vorteile haben OLED-Displays?

Der wirklich große Vorteil der eingesparten Hintergrundbeleuchtung liegt in den so möglich werdenden superflachen Displays. LG zeigt hier mit seinem nur 4 mm dünnen 55" OLED-Display, was im Moment möglich ist. Im Gegensatz zum ebenfalls 55" messenden Samsung OLED-Pendant, wird das LG-Gerät bereits Ende des Jahres zum Preis von 8000-10000 € in den Handel kommen. Beide Geräte bestechen aber durch die OLED-Technik mit besonders tiefem Schwarz und satten Farben. Das Schwarz wird dadurch erreicht, dass die einzelnen Pixel eines OLED-Displays wirklich nur dann leuchten, wenn eine Spannung angelegt wird. Anderenfalls sind sie aus und damit schwarz. Normale Flachbildschirme haben eine flächige Beleuchtung, die an Pixeln, welche schwarz erscheinen sollen abgeblendet wird. Je nach Qualität der Abblendung ist das Pixel dann wirklich schwarz oder kann eben ein wenig heller als reines schwarz sein.

Als weiterer Vorteil der OLED-Technik kann die Reaktionszeit genannt werden. Während LCDs bauartbedingt eine gewisse Trägheit haben, ist diese bei OLEDs noch einmal deutlich kürzer (im Mikrosekundenbereich).

Die Haltbarkeit von OLED-Displays (Nachteile der Technik)

Bisher hatten OLED-Displays, die ja in kleineren Größen schon seit einigen Jahren z.B. in MP3-Playern oder Mobiltelefonen (AMOLED) eingesetzt werden, das Problem einer begrenzten Haltbarkeit. In den genannten Geräten fiel dies meist nicht auf, da sie oft schon ausrangiert werden bevor die Fehler offensichtlich werden. Fernsehgeräte und Flachbildschirme haben jedoch meist eine deutlich längere Nutzungsdauer. Hier ist die Lebensdauer daher von größerer Bedeutung. Doch was begrenzt die Nutzungsdauer nun eigentlich?

Wie auch andere elektronische Bauteile unterliegen OLEDs "Verschleiß". Durch Umwelteinflüsse (Temperatur, (Luft-)Feuchtigkeit etc.), eingestellte Helligkeit usw. lässt die maximale Helligkeit und die gleichförmige Ausleuchtung der einzelnen Pixel mit der Zeit nach. Besonders problematisch ist dabei die ungleichmäßig schnell nachlassende Helligkeit der einzelnen Farben. Zur Zeit verlieren die blauen OLEDs am schnellsten an Helligkeit. Dadurch ergibt sich wiederum das unschöne Phänomen, dass sich die Farben verschieben.
LG gibt für sein Gerät eine Haltbarkeit von 50000 Stunden an, bei der sich zudem keine Farbverschiebung bemerkbar machen soll. Außerdem sollen bis zu dieser Laufzeit nur 20% der Helligkeit eingebüßt werden. Das wäre sehr gut. Diese Angabe ist allerdings zugleich ungewöhnlich, da die "Haltbarkeit" i.A. die Zeit angibt, bis zu der jede OLED-Farbe mindestens 50 % der ursprünglichen Helligkeit erreicht. Die Angaben stammen von einem Mitarbeiter auf der IFA 2012 in Berlin.

Stromverbrauch

Hier kann man sagen, dass der Stromverbrauch der Geräte bei dunklen Bildern deutlich unter denen eines normalen Flachbildschirmes liegen können. Bei hellen Motiven kann dieser jedoch auch deutlich höher liegen. Im Allgemeinen kann davon ausgegangen werden, dass der Verbrauch etwa auf dem Niveau aktueller Plasma-Fernseher liegt.

Die Displays im Detail

LG

LG3D-OLED-TV55EM9600

  • 4 mm dünn
  • 138 cm (55") Bilddiagonale
  • 1080p (1920x1080)
  • 3D-fähig mit passiver Polarisationsbrille
  • Anschlüsse im Standfuß bzw. einer Set-Top-Box
  • Triple-Tuner (SAT, Kabel, Terrestrisch)
  • Internetfähig
  • Lebensdauer der OLEDs: ca. 50.000 h
  • Kontrast: echte 60.000:1
  • glänzende Displayoberfläche
  • Reaktionszeit: ca. 0,02 ms
  • WRGB-Technik (Es kommt in jedem Pixel ein weißes, rotes, grünes und blaues SubPixel zum Einsatz)
  • ~7,5 kg
Wir haben nachgemessen: Es sind wirklich 4 mm!
OLED-TV-5037

Samsung

Zu den Modellen von Samsung war noch nicht viel heraus zu bekommen. Da es sich noch um Vorserienmodelle handele, wollte man uns keine genauen Angaben machen, da sich die noch ändern können. Der Schwarzwert, Helligkeit und Betrachtungswinkel scheinen ähnlich beeindruckend wie beim LG-Gerät. Preis und Erscheinungstermin konnte Samsung nicht nennen.
Gelesen 2239 mal Letzte Änderung am Freitag, 21 September 2012 13:28

Sebastian

Sebastian studied Business Education and has a particularly strong interest in Serious Games and Gamification. His love for all things Tech, e.g. PCs, Internet, steadily grew since he played his first computer games, that came on a tape. Looking at things from all possible angles is equally important to him as learning something new every day.

You can try to pigeonhole him - it wouldn't work. There's always something unexpected waiting for you.

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